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Schimmelbeseitigung - wie ist der Ablauf?

  • 29. Nov. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Was wir am Anfang einer Schimmelsanierung als Erstes prüfen

Schimmel ist nie das eigentliche Problem, sondern die Folge davon. Bevor wir mit der Beseitigung beginnen, suchen wir die Ursache. Wir prüfen Wandfeuchte mit Messgeräten, sehen uns Wärmebrücken, undichte Anschlüsse, defekte Abdichtungen und Lüftungsverhalten an. Oft liegt die Quelle nicht dort, wo der Schimmel sichtbar wird, sondern an einer ganz anderen Stelle des Gebäudes. Erst wenn klar ist, woher die Feuchte kommt, planen wir den Sanierungsablauf. Wer den schwarzen Belag einfach übermalt, wird ihn binnen Wochen wiedersehen, und meist großflächiger als vorher.



Schimmelsanierung
stark schimmelbefallene Wand


Wie wir den Schadensumfang sauber eingrenzen

Sichtbarer Befall ist meist nur ein Teil. Hinter Tapeten, unter Estrich, in Hohlräumen von Trockenbau und in Dämmschichten breiten sich Sporen oft weiter aus als auf den ersten Blick erkennbar. Wir öffnen verdächtige Stellen kontrolliert, sehen unter die Oberfläche und nehmen bei Bedarf Materialproben. So bekommen wir ein realistisches Bild der befallenen Fläche und können die Sanierungsklasse nach den Vorgaben des Umweltbundesamtes festlegen. Diese Eingrenzung entscheidet darüber, ob ein Bereich mit einfachen Mitteln behandelt werden kann oder ob wir mit Schutzkleidung und Unterdruckhaltung arbeiten müssen.


Wie wir Bereich und Raum vor den eigentlichen Arbeiten absichern

Bevor wir einen Quadratmeter befallene Fläche anfassen, schützen wir den Rest des Gebäudes. Bei größerem Befall bauen wir den Arbeitsbereich mit Staubschutztüren ab und arbeiten unter Unterdruck, damit Sporen nicht in andere Räume getragen werden. Türöffnungen werden mit Folie geschlossen, Lüftungen abgeklebt, Möbel und Textilien aus dem Bereich entfernt oder dicht abgedeckt. Wir tragen Schutzanzüge, FFP3 Atemschutz und arbeiten mit HEPA gefilterten Sauggeräten. Diese Disziplin ist nicht übertrieben, sondern Standard. Wer hier spart, verteilt das Problem im Haus weiter.


Welche Methoden wir bei der eigentlichen Beseitigung einsetzen

Welche Methode passt, hängt vom Material ab. Befallene Tapeten und schwach mineralische Putze werden entfernt und entsorgt. Festes Mauerwerk und Beton reinigen wir mechanisch, mit Bürsten, Spachteln und gezieltem Abtrag. Anschließend behandeln wir die Oberfläche chemisch mit einem geprüften Schimmelentferner, der die Sporen abtötet. Bei stark betroffenen Hohlräumen ergänzen wir bei Bedarf eine Begasung. Holz wird je nach Befallstiefe abgehobelt, ausgetauscht oder fungizid behandelt. Jeder Untergrund verlangt ein anderes Vorgehen, ein einheitliches Schema gibt es bei seriöser Sanierung nicht.


Wie wir die Bautrocknung gezielt einsetzen, statt einfach abzuwarten

Eine Wand muss trocken sein, bevor neuer Putz oder Anstrich darauf darf. Dauert die natürliche Trocknung zu lange, setzen wir Adsorptionstrockner oder Kondenstrockner ein, abgestimmt auf Raumklima und Materialfeuchte. Wir messen über die gesamte Trocknungsphase regelmäßig nach und dokumentieren die Werte. Erst wenn die zulässige Restfeuchte erreicht ist, geht die Sanierung weiter. Wer zu früh schließt, schließt das Wasser ein und legt damit die Grundlage für den nächsten Befall. Diese Geduld in der Bauphase ist der unauffälligste, aber wichtigste Schritt im gesamten Ablauf.


Wie wir den Wiederaufbau so ausführen, dass der Schimmel nicht zurückkommt

Erst nach abgeschlossener Trocknung beginnen wir den Wiederaufbau. Befallene Putzschichten ersetzen wir durch Sanierputzsysteme, die mit Restfeuchte und Salzbelastung umgehen können. Wärmebrücken werden, wenn möglich, durch Innendämmplatten aus Kalziumsilikat entschärft, die Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. Anstriche wählen wir diffusionsoffen, damit die Wand atmet. Wo die Ursache in undichten Anschlüssen lag, schließen wir diese fachgerecht, bevor neuer Putz draufkommt. So bekommt die Wand nicht nur eine neue Oberfläche, sondern eine bauphysikalisch passende, die langfristig trocken bleibt.


Was wir Ihnen am Ende übergeben und worauf Sie achten sollten

Am Ende der Sanierung übergeben wir die Räume mit einer vollständigen Dokumentation. Dazu gehören Befundprotokoll, eingesetzte Materialien, Trocknungsverlauf und Hinweise zum Lüftungsverhalten in den ersten Monaten. Wir erklären Ihnen, woran Sie früh erkennen, ob sich erneut Feuchte ansammelt, und vereinbaren bei Bedarf einen Nachprüfungstermin. Dieser letzte Schritt ist entscheidend, weil viele Schimmelschäden in den ersten zwei Jahren nach scheinbarer Sanierung wiederkommen, wenn die Ursache nicht vollständig beseitigt war. Wir wollen, dass Sie nach der Maßnahme Ruhe haben, nicht den nächsten Termin.


Kontakt

Telefon: 0911 / 54 02 60 77


FAQ

Wie lange dauert eine fachgerechte Schimmelsanierung im Wohnbereich?

Das hängt vom Umfang ab. Ein begrenzter Befall in einem Raum lässt sich oft in einer Woche bearbeiten, inklusive Trocknung und Wiederaufbau. Großflächige Sanierungen mit umfangreicher Trocknung und mehreren betroffenen Räumen brauchen drei bis sechs Wochen, je nach Bauphysik des Gebäudes. Die eigentliche Beseitigung geht schnell, die Trocknung bestimmt die Gesamtzeit. Wir planen so, dass die Räume zwischendurch nutzbar bleiben, soweit das mit den notwendigen Schutzmaßnahmen vereinbar ist. Den Ablauf stimmen wir verbindlich mit Ihnen ab.


Reicht es, befallene Stellen mit einem Mittel aus dem Drogeriemarkt zu behandeln?

Bei sehr kleinen, oberflächlichen Flecken auf glatten Flächen, etwa im Bad, kann das kurzfristig helfen. Sobald der Befall größer als eine halbe Quadratmeter ist, in Putz oder Tapete sitzt oder im Schlafbereich liegt, raten wir davon ab. Hausmittel beseitigen die sichtbare Oberfläche, nicht die Sporen darunter. Die eigentliche Ursache bleibt unberührt, der Befall kehrt zurück. Außerdem fehlt der Schutz gegen Sporenflug während der Behandlung, was die Belastung im Raum eher erhöht als senkt.


Übernimmt eine Versicherung die Kosten einer Schimmelsanierung?

Das hängt von der Ursache ab. Wenn der Schimmel Folge eines klar versicherten Wasserschadens ist, etwa eines Rohrbruchs, übernimmt häufig die Gebäude oder Hausratversicherung die Sanierung. Bei baulichen Mängeln, fehlender Lüftung oder schleichender Feuchte ist das in den seltensten Fällen abgedeckt. Wir liefern Ihnen mit unserem Befund ein technisches Gutachten, das Ursache und Umfang nachvollziehbar belegt. Damit haben Sie die Grundlage für die Klärung mit Ihrer Versicherung oder Verwaltung, bevor die eigentliche Sanierung beginnt.

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