
Betondachsteine beschichten
Betondachsteine nehmen Beschichtung besser an als jedes andere Dachmaterial
Ein Betondachstein besteht aus Zement, Sand und Eisenoxidpigmenten. Diese Mischung bleibt auch nach Jahrzehnten offenporig, und genau das brauchen wir. Die Beschichtung kriecht in die Kapillaren, verkrallt sich mechanisch im Zementstein und sitzt anschließend fest. Auf keinem anderen Deckmaterial erreichen wir so zuverlässige Haftwerte. Deshalb sind Dächer aus den Baujahren 1960 bis 2000, die überwiegend mit Betondachsteinen gedeckt wurden, die dankbarsten Objekte. Wir holen dort mit vergleichsweise geringem Aufwand ein Ergebnis heraus, das viele Jahre trägt.
Wenn die Werksbeschichtung aufgebraucht ist, sehen Sie es zuerst an der Farbe
Jeder Betondachstein verlässt das Werk mit einer dünnen Acrylbeschichtung. Die hält zwanzig bis dreißig Jahre, dann ist sie durch UV-Strahlung und Regen abgetragen. Erkennbar wird das an ausgeblichenen Flächen, an einem kreidigen Film, der beim Darüberstreichen an der Hand bleibt, und an dunklen Laufspuren unter den Überdeckungen. Kurz darauf siedeln sich Moos und Algen in den freigelegten Poren an. Wer in dieser Phase beschichtet, arbeitet auf einem noch vollständig tragfähigen Stein und spart sich die teure Variante.
Absandung und Frostabplatzungen: hier ziehen wir eine klare Grenze
Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem sich der Zementstein selbst auflöst. Wenn sich mit dem Daumen Sand abreiben lässt, wenn Kanten wegbrechen oder wenn nach Frostwintern flächige Abplatzungen sichtbar sind, bringt eine Beschichtung nichts mehr. Sie liegt dann auf einer Schicht, die sich unter ihr weiter abträgt. Wir kratzen deshalb an mehreren Stellen der Fläche und beurteilen die Restfestigkeit. Fällt das Ergebnis schlecht aus, empfehlen wir die Neueindeckung und nicht die günstigere Lösung.
Reinigung mit Augenmaß, damit die Zementmatrix nicht angegriffen wird
Betondachsteine sind weicher als gebrannter Ton. Ein zu naher Hochdruckstrahl fräst Rillen in die Oberfläche und trägt genau die Feinschicht ab, auf der wir später aufbauen wollen. Wir lösen Moos und Flechten deshalb chemisch vor, lassen den Reiniger arbeiten und spülen anschließend mit moderatem Druck und Rotationsdüse im richtigen Abstand nach. Das Schmutzwasser leiten wir kontrolliert ab, spülen die Rinnen aus und decken Sockel, Fenster und Bepflanzung vorher ab. Danach folgt eine vollständige Trocknungsphase.
Verfestigende Grundierung bindet den kreidenden Untergrund ab
Ein ausgekreideter Betondachstein saugt enorm. Ohne Grundierung zieht er das Bindemittel aus der Deckschicht, die Beschichtung magert aus und wird fleckig. Wir tragen deshalb eine tiefgreifende Grundierung auf, bei stark saugenden Flächen zweimal nass in nass, bis der Stein nichts mehr aufnimmt. Sie verfestigt die kreidende Oberfläche, bindet losen Zementstaub ein und gleicht das Saugverhalten über die ganze Dachfläche an. Erst diese Schicht macht aus einem verwitterten Stein wieder einen belastbaren Untergrund.
Pigmentierte Deckschicht für Farbtiefe, die auch nach Jahren steht
Auf die Grundierung kommen zwei satte Beschichtungsgänge. Wir verwenden hochpigmentierte Reinacrylat-Systeme, weil dünn eingestellte Dispersionen auf Beton schnell auskreiden und im dritten Sommer wieder blass wirken. Der erste Gang wird leicht verdünnt gefahren und dringt in die offene Struktur ein, der zweite baut die Farbschicht auf. Randziegel, Ortgang und Kehlen arbeiten wir von Hand nach. Das Ergebnis ist eine geschlossene, wasserabweisende Oberfläche, die Schmutz schlechter anhaften lässt und den Stein vor weiterem Frostangriff schützt.
Kontakt
Sie wissen nicht sicher, ob auf Ihrem Dach Betondachsteine liegen oder wie weit die Oberfläche bereits abgebaut ist? Dann lassen Sie uns draufschauen. Wir prüfen Restfestigkeit und Saugverhalten direkt am Objekt, dokumentieren den Zustand mit Fotos und sagen Ihnen offen, ob sich die Beschichtung noch lohnt. Die Begehung kostet Sie nichts, das Angebot bekommen Sie mit klar aufgeschlüsseltem Leistungsumfang. Melden Sie sich, solange die Steine noch tragen, denn genau das entscheidet über den Preis.
Telefon: 0911 / 54 02 60 77
E-Mail: info@hbsbau.com
FAQ
Woran erkenne ich, ob auf meinem Dach Betondachsteine oder Tonziegel liegen?
Betondachsteine sind kantig, gleichmäßig geformt und zeigen an der Unterseite eine graue Bruchfläche mit sichtbaren Sandkörnern. Tonziegel klingen beim Anschlagen heller, fast keramisch, und haben einen durchgefärbten, meist rötlichen Scherben. Auch das Baujahr hilft weiter: Wer zwischen 1965 und 2000 gebaut hat, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Betondachsteine auf dem Dach. Sicherheit bringt der Blick auf einen Ersatzziegel im Keller oder auf dem Dachboden. Bei der Begehung klären wir das in wenigen Minuten.
Wird das Dach durch die Beschichtung schwerer oder verändert sich die Wasserableitung?
Die Schichtdicke liegt im Bereich weniger Zehntelmillimeter, statisch spielt das Gewicht keine Rolle. An der Wasserableitung ändert sich ebenfalls nichts Grundsätzliches, eher im Gegenteil: Eine geschlossene Oberfläche lässt Regen schneller ablaufen, statt ihn in den Poren zwischenzuspeichern. Entscheidend ist, dass Überdeckungen und Kopfstöße nicht zugelegt werden und die Lüftungsquerschnitte an First und Traufe frei bleiben. Genau deshalb arbeiten wir diese Bereiche von Hand nach und fahren sie nicht mit dem Spritzgerät zu.
Kann ein bereits beschichtetes Dach später noch einmal überarbeitet werden?
Ja, und das ist einer der Vorteile dieses Aufbaus. Wenn die Farbschicht nach vielen Jahren matter wird, reichen in der Regel eine kontrollierte Reinigung und ein einzelner Auffrischungsgang. Der Untergrund ist dann bereits gefestigt und gleichmäßig saugend, die Grundierung entfällt. Voraussetzung ist, dass die Altbeschichtung noch fest haftet und nicht schuppt. Das prüfen wir mit einem Gitterschnitt an mehreren Stellen der Fläche, bevor wir Ihnen ein Angebot für die Auffrischung machen.
