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Dachbeschichtung oder Neueindeckung

Die Entscheidung fällt unter dem Ziegel, nicht auf ihm

Von der Straße aus sieht man nur die Oberfläche, und die täuscht in beide Richtungen. Ein moosbewachsenes Dach kann konstruktiv völlig in Ordnung sein, ein optisch unauffälliges dagegen eine morsche Lattung haben. Wir schauen deshalb zuerst von innen. Auf dem Dachboden zeigt sich, ob Feuchtigkeit ankommt, ob die Unterspannbahn noch geschlossen ist, ob Sparren und Lattung tragen und ob Licht durch die Deckung fällt. Erst danach reden wir über Farbe.


Wann die Beschichtung eindeutig der richtige Weg ist

Wenn die Deckung dicht ist, die Ziegel fest sitzen, die Lattung trocken und tragfähig ist und lediglich die Werksbeschichtung abgewittert wurde, gibt es keinen Grund, ein funktionierendes Dach abzureißen. Genau diese Konstellation finden wir bei den meisten Häusern aus den siebziger und achtziger Jahren vor. Hier holt eine Beschichtung fünfzehn bis zwanzig Jahre zusätzliche Nutzung heraus, zu einem Bruchteil der Kosten und ohne dass das Haus wochenlang zur Baustelle wird.


Wann wir zur Neueindeckung raten

Sobald die Substanz betroffen ist, hilft keine Oberflächenbehandlung mehr. Das gilt bei durchfeuchteter Dämmung, bei einer spröden oder fehlenden Unterspannbahn, bei Schädlingsbefall oder Fäulnis an Sparren und Lattung, bei flächigen Frostabplatzungen an den Ziegeln und bei wiederkehrenden Undichtigkeiten. Auch wenn mehr als etwa jeder zehnte Ziegel getauscht werden müsste, kippt die Rechnung. Wir sagen Ihnen das offen, auch wenn wir damit den kleineren Auftrag empfehlen und den größeren verlieren.


Wenn ohnehin geöffnet wird, gehört die Dämmung auf den Tisch

Eine Neueindeckung ist der einzige wirtschaftlich sinnvolle Moment für eine Aufsparrendämmung, weil Gerüst, Abdeckung und Zugang dann bereits bezahlt sind. Wer dieses Fenster ungenutzt lässt, zahlt bei einer späteren energetischen Sanierung praktisch zweimal. Steht Ihr Dach also ohnehin kurz vor dem Ende und planen Sie mittelfristig eine Dämmung, spricht das klar gegen eine Beschichtung. Wir sprechen diesen Punkt an, bevor Sie sich für die günstigere Variante entscheiden.


Ihr Zeithorizont gehört in die Rechnung

Wollen Sie das Haus noch fünfzehn Jahre selbst bewohnen, deckt eine Beschichtung diesen Zeitraum in der Regel vollständig ab. Steht dagegen ein Verkauf in zwei Jahren an, geht es weniger um Nutzungsdauer als um den Eindruck beim Besichtigungstermin, und da wirkt ein sauberes, gleichmäßiges Dach unmittelbar. Planen Sie umgekehrt, das Haus an die nächste Generation weiterzugeben, lohnt der Blick auf die Konstruktion mehr als der auf die Optik.


Kosten und gewonnene Jahre nebeneinandergelegt

Eine Beschichtung liegt bei uns zwischen einundzwanzig und fünfunddreißig Euro pro Quadratmeter netto und verlängert die Nutzung um etwa fünfzehn bis zwanzig Jahre. Eine vollständige Neueindeckung mit Abriss, Entsorgung, neuer Lattung und neuen Ziegeln bewegt sich zwischen einhundert und einhundertachtzig Euro pro Quadratmeter und bringt vierzig Jahre und mehr. Pro gewonnenem Jahr liegen beide Varianten näher beieinander, als die reine Summe vermuten lässt. Entscheidend bleibt, ob die Substanz die Beschichtung überhaupt trägt.


Kontakt

Wenn Sie zwischen beiden Wegen stehen, verschaffen wir Ihnen erst einmal Klarheit über den Zustand. Wir sehen uns die Deckung von außen und die Konstruktion vom Dachboden aus an, halten den Befund fest und sagen Ihnen ehrlich, welche Variante zu Ihrem Dach und zu Ihrem Zeithorizont passt. Wenn das Ergebnis gegen eine Beschichtung spricht, hören Sie das von uns genauso deutlich. Rufen Sie an, dann schauen wir gemeinsam nach.


Telefon: 0911 / 54 02 60 77

E-Mail: info@hbsbau.com


FAQ


Wie beurteilen Sie Lattung und Unterspannbahn, ohne das Dach zu öffnen?

Der größte Teil lässt sich vom Dachboden aus beurteilen. Dort sehen wir Verfärbungen und Wasserränder an Sparren und Mauerwerk, prüfen die Lattung an zugänglichen Stellen auf Festigkeit und erkennen an einer spröden, brüchigen oder fehlenden Unterspannbahn sofort den Handlungsbedarf. Von außen geben aufgeschobene Ziegelreihen und durchhängende Flächen weitere Hinweise. Wo das nicht reicht, nehmen wir an einer unkritischen Stelle einige Ziegel ab und legen sie danach wieder ein.


Wirkt sich ein beschichtetes Dach beim Hausverkauf negativ aus?

Nein, sofern die Arbeit dokumentiert ist. Käufer und Gutachter fragen nach dem tatsächlichen Zustand der Deckung, nicht nach dem Verfahren. Eine nachvollziehbare Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitsschritten, Fotos vom Untergrund und die Angabe der verwendeten Systeme belegen, dass sauber gearbeitet wurde. Problematisch wird es nur, wenn eine Beschichtung erkennbar dazu diente, einen schlechten Zustand zu überdecken. Genau deshalb dokumentieren wir jeden Arbeitsschritt und übergeben Ihnen die Unterlagen zum Abschluss.


Ist das Geld verloren, wenn ich in zehn Jahren doch neu eindecken lasse?

Nicht wirklich. Sie haben in diesen zehn Jahren ein dichtes, ordentlich aussehendes Dach genutzt und die Investition in die Neueindeckung um ein Jahrzehnt nach hinten geschoben, was angesichts der Beträge einen erheblichen Zinsvorteil bedeutet. Hinzu kommt, dass die Beschichtung den Ziegel in dieser Zeit vor weiterer Frostschädigung schützt und die Deckung damit nicht schneller altert. Verloren ist das Geld nur, wenn von vornherein absehbar war, dass die Substanz nicht mehr trägt.

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