
Dachbeschichtung und Photovoltaik
Die richtige Reihenfolge lautet: erst das Dach, dann die Module
Eine Photovoltaikanlage läuft 25 bis 30 Jahre, eine ausgewitterte Ziegeloberfläche hält deutlich kürzer durch. Wer die Anlage auf ein Dach setzt, das in 8 Jahren behandelt werden müsste, hat später nur unbequeme Optionen. Deshalb ist der Moment vor der Montage der wirtschaftlich beste Zeitpunkt für Reinigung und Beschichtung. Danach liegen die Module auf einer geschützten, geschlossenen Fläche, und das Thema ist für die gesamte Laufzeit der Anlage erledigt.
Was wir bei einer bestehenden Anlage tun können und was nicht
Unter den Modulen kommen wir nicht an die Ziegel heran, das lässt sich nicht schönreden. Behandeln lassen sich die freien Dachbereiche ringsum, also Randstreifen, Traufbereich, Firstzone, Gaubenflächen und die gesamte gegenüberliegende Dachseite. Optisch ergibt das ein stimmiges Bild, weil die belegte Fläche ohnehin von den Modulen verdeckt wird. Technisch bleibt der Ziegel unter der Anlage unbehandelt, ist dort allerdings auch vor Regen und UV-Strahlung weitgehend geschützt.
Wie wir die Module während der Arbeiten schützen
Vor der Reinigung decken wir die Anlage vollständig ab, inklusive Modulrahmen, Anschlussdosen und sichtbarer Kabelführungen. Ein Hochdruckstrahl auf einen Modulrand kann Dichtungen beschädigen und Wasser in die Anschlussebene drücken, das ist der teuerste vermeidbare Fehler bei dieser Arbeit. Beim Beschichten kommt der Schutz vor Overspray dazu, weil Sprühnebel auf der Glasfläche den Ertrag mindert und sich nach dem Aushärten kaum noch rückstandsfrei entfernen lässt. Vor Arbeitsbeginn stimmen wir das mit Ihnen ab.
Demontage und Wiedermontage: wann sich der Aufwand rechnet
Rechnen Sie mit 40 bis 80 Euro pro Modul für Abbau und erneute Montage, bei einer 20 Module starken Anlage also grob 800 bis 1.600 Euro zusätzlich. Das lohnt sich in zwei Fällen: wenn die Ziegel unter der Anlage nachweislich stark geschädigt sind, oder wenn ohnehin ein Wechselrichtertausch, eine Erweiterung oder eine Reparatur ansteht und die Anlage dafür sowieso angefasst wird. Für rein optische Gründe lohnt es sich nicht.
Dachhaken, Ausklinkungen und Kabeldurchführungen brauchen Handarbeit
An jedem Befestigungspunkt liegt die betroffene Ziegelreihe an, häufig ist der Ziegel für den Haken ausgeklinkt. An diesen Schnittkanten ist der Scherben offen und saugt ungeschützt Wasser. Dasselbe gilt für die Bereiche rund um Kabeldurchführungen und Lüfterziegel. Wir arbeiten diese Stellen von Hand nach, soweit sie zugänglich sind, weil dort im Spritzverfahren nichts ankommt und der Frost genau an diesen offenen Kanten ansetzt.
Wenn die Anlage erst in den nächsten Jahren geplant ist
Dann sprechen Sie mit uns, bevor Sie den Montagetermin festlegen. Wir prüfen, ob Ihr Dach die Laufzeit der Anlage überhaupt trägt, und stimmen die Beschichtung zeitlich so ab, dass sie vollständig ausgehärtet ist, wenn der Solarteur kommt. In der Praxis bedeutet das einen Abstand von mindestens 2 bis 3 Wochen. Häufig lässt sich sogar dasselbe Gerüst für beide Gewerke nutzen, was den Posten für Sie halbiert.
Kontakt
Ob mit bestehender Anlage oder vor der geplanten Montage, wir schauen uns die Situation an Ihrem Dach an und sagen Ihnen, welcher Weg fachlich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Sie bekommen ein Angebot, in dem Abdeckarbeiten an der Anlage, behandelte Flächen und gegebenenfalls die Nacharbeit an Ausklinkungen getrennt aufgeführt sind. Wenn ein Solarteur eingebunden werden muss, stimmen wir uns direkt mit ihm ab. Rufen Sie an.
Telefon: 0911 / 54 02 60 77
E-Mail: info@hbsbau.com
FAQ
Verliere ich während der Arbeiten Ertrag?
Solange die Anlage abgedeckt ist, produziert sie nicht. Bei Reinigung und Beschichtung reden wir über 2 bis 4 Tage, an denen die Module verhüllt sind, im Sommer also je nach Anlagengröße um die 30 bis 80 Kilowattstunden pro Tag. Wir legen diese Tage deshalb nach Möglichkeit in eine ertragsschwächere Phase und decken erst unmittelbar vor Arbeitsbeginn ab. Eine elektrische Abschaltung nehmen nicht wir vor, das übernimmt Ihr Solarteur oder eine Elektrofachkraft.
Wer haftet, wenn bei den Arbeiten ein Modul beschädigt wird?
Wir, über unsere Betriebshaftpflicht. Dokumentiert wird das durch eine gemeinsame Bestandsaufnahme vor Beginn: Wir fotografieren die Anlage, halten vorhandene Kratzer oder Vorschäden fest und gehen sie mit Ihnen durch. Damit ist im Nachhinein klar, was auf unser Konto geht und was schon vorher da war. Diese 10 Minuten ersparen beiden Seiten eine unangenehme Diskussion und sind bei jedem Objekt mit Anlage bei uns Standard.
Werden die Module bei der Gelegenheit mitgereinigt?
Auf Wunsch ja, und der Zeitpunkt ist günstig, weil das Gerüst ohnehin steht. Wir arbeiten dabei mit entmineralisiertem Wasser, weichen Bürsten und ohne Reinigungszusätze, weil aggressive Mittel die Antireflexbeschichtung angreifen. Verschmutzte Module verlieren je nach Lage und Neigung spürbar Ertrag, besonders bei flachen Neigungen unter 20 Grad und in Ortsrandlagen mit hohem Staub- oder Pollenanteil. Wir weisen diese Position getrennt aus, damit Sie frei entscheiden können.
