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Faserzement und Eternitdach beschichten

Faserzementdach beschichten: alles entscheidet sich am Baujahr

Bevor wir über Farbe reden, klären wir, wann die Platten verlegt wurden. Bis Anfang der neunziger Jahre wurde Faserzement in Deutschland mit Asbest hergestellt, danach mit Kunststoff- und Zellulosefasern. Für die Beschichtung ist das kein Detail, sondern die entscheidende Weiche. Asbestfreie Platten lassen sich hervorragend reinigen und beschichten, weil der Zementuntergrund offen und saugfähig ist. Bei asbesthaltigen Platten dagegen ist jede Bearbeitung an der Oberfläche ausgeschlossen. Deshalb steht diese Prüfung bei uns immer am Anfang.


Asbesthaltige Platten bearbeiten wir nicht, und das ist kein Ermessensspielraum

Sobald Asbest im Spiel ist, greifen die Gefahrstoffverordnung und die TRGS 519. Reinigen, Abschleifen, Abstrahlen und Beschichten von asbesthaltigen Bauteilen sind untersagt, weil dabei Fasern freigesetzt werden, die eingeatmet schwere Erkrankungen auslösen. Ein Hochdruckreiniger auf so einer Fläche verteilt den Faserstaub über Grundstück und Nachbarschaft. Wer das trotzdem anbietet, handelt ordnungswidrig und bringt Sie als Eigentümer in die Haftung. Wir lehnen solche Aufträge ab und erklären Ihnen den regelkonformen Weg.


So erkennen Sie, ob Ihre Platten asbestfrei sind

Asbestfreie Faserzementplatten tragen auf der Unterseite in der Regel eine Kennzeichnung, meist die Buchstaben AF oder den Hinweis NT für neue Technologie, oft zusammen mit einem Herstellerstempel und einer Datumsprägung. Platten, die ab 1995 verlegt wurden, gelten praktisch durchgehend als asbestfrei. Alles zwischen 1990 und 1994 ist Grenzbereich und gehört im Zweifel geprüft. Wir drehen bei der Begehung eine Platte um und schauen nach, was dort steht, statt uns auf Vermutungen zu verlassen.


Reinigung asbestfreier Platten ohne die Oberfläche aufzureißen

Faserzement ist zementgebunden und damit weicher, als er aussieht. Zu hoher Druck legt die Fasern frei und macht die Platte anschließend deutlich schmutzanfälliger. Wir lösen den Bewuchs deshalb chemisch vor, geben dem Mittel ausreichend Einwirkzeit und spülen mit reduziertem Druck nach. Bei Wellplatten arbeiten wir in Wellenrichtung, damit kein Wasser in die Überdeckungen gedrückt wird. Anschließend braucht die Fläche eine echte Trocknungsphase, weil Faserzement Wasser tief aufnimmt und langsam wieder abgibt.


Grundierung und Beschichtung auf stark saugendem Zementfaseruntergrund

Ausgewitterter Faserzement zieht Beschichtungsmaterial regelrecht weg. Wir grundieren deshalb tiefgreifend und auf stark saugenden Flächen zweimal, bis die Oberfläche gesättigt ist und die Saugkraft über die ganze Fläche gleich ist. Danach folgen zwei Beschichtungsgänge mit einem diffusionsfähigen, elastischen System, das Temperaturbewegungen der Platten mitmacht, ohne zu reißen. Wellentäler und Überdeckungen arbeiten wir von Hand nach, weil dort im Spritzverfahren regelmäßig zu wenig Material ankommt.


Wenn die Platten asbesthaltig sind: geordneter Rückbau statt Kosmetik

Dann führt der Weg über den Austausch. Die Demontage übernimmt ein nach TRGS 519 zugelassener Fachbetrieb, der die Platten unzerbrochen abnimmt, staubarm verpackt und über eine zugelassene Deponie entsorgt. Vorher ist die Arbeit bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Das klingt nach Aufwand, ist aber ein planbarer, klar geregelter Ablauf. Anschließend steht Ihnen die Fläche für eine neue Eindeckung offen, und wir stimmen die weiteren Arbeiten am Gebäude darauf ab.


Kontakt

Sie wissen nicht, aus welchem Jahr Ihre Dachplatten stammen, oder Sie möchten wissen, ob sich eine Beschichtung überhaupt lohnt? Wir schauen uns die Unterseite der Platten an, prüfen Kennzeichnung, Saugverhalten und Zustand und sagen Ihnen anschließend klar, welcher Weg gangbar ist. Bei asbestfreien Dächern bekommen Sie ein vollständiges Angebot von der Reinigung bis zum letzten Beschichtungsgang. Bei allem anderen bekommen Sie eine ehrliche Einordnung. Rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Termin.


Telefon: 0911 / 54 02 60 77

E-Mail: info@hbsbau.com


FAQ


Meine Platten sind von 1991, was bedeutet das für mich?

Das ist genau der Grenzbereich, in dem beides möglich ist. Manche Hersteller hatten zu diesem Zeitpunkt bereits umgestellt, andere noch nicht, und Restbestände wurden teilweise noch Jahre später verbaut. Fehlt eine eindeutige Kennzeichnung auf der Plattenunterseite, hilft nur eine Materialprobe, die in einem akkreditierten Labor untersucht wird. Die Probenahme selbst muss fachgerecht erfolgen. Wir sagen Ihnen bei der Begehung, ob die Kennzeichnung ausreicht oder ob eine Analyse der sinnvollere Weg ist.


Darf ich ein asbesthaltiges Dach wenigstens reinigen lassen?

Nein. Die Reinigung ist sogar besonders kritisch, weil mechanischer Abtrag und Wasserdruck Fasern lösen und über die Fläche verteilen. Das betrifft nicht nur das Dach, sondern auch Rinne, Fassade, Boden und angrenzende Grundstücke, und die Belastung bleibt dort. Was zulässig ist, beschränkt sich auf den Erhalt im vorhandenen Zustand ohne Eingriff in die Oberfläche. Sobald das Dach optisch oder technisch nicht mehr genügt, ist der geordnete Rückbau die einzige saubere Lösung.


Gelten für Wellplatten am Carport oder Gartenhaus dieselben Regeln?

Ja, uneingeschränkt. Das Material entscheidet, nicht die Größe der Fläche oder die Nutzung des Gebäudes. Gerade bei Carports, Schuppen und Garagen aus den siebziger und achtziger Jahren finden wir sehr häufig asbesthaltige Wellplatten, weil dort selten nachgerüstet wurde. Der Vorteil bei kleinen Flächen ist, dass Rückbau und Neueindeckung überschaubar bleiben und sich meist in einem Tag erledigen lassen. Wir sehen uns solche Nebengebäude gerne gleich mit an, wenn wir ohnehin vor Ort sind.

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