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Oberflächenschutzsysteme für Bodenbeschichtungen: Alles über OS8, OS11a und OS11b

  • 18. Feb. 2024
  • 4 Min. Lesezeit


Was Oberflächenschutzsysteme im Bodenbereich technisch leisten


Befahrene und stark beanspruchte Betonflächen brauchen mehr als Farbe. Sie brauchen ein System, das Wasser, Chloride, Öl und mechanischen Abrieb sicher fernhält und gleichzeitig die Rissbildung im Beton kontrolliert. Genau das leisten OS Systeme nach der Richtlinie für Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen. Wir verarbeiten überwiegend OS8, OS11a und OS11b, je nach Belastung, Risskategorie und Nutzung. Diese drei Aufbauten decken den größten Teil dessen ab, was in Parkhäusern, Tiefgaragen, Industrieflächen und Laderampen vorkommt, und unterscheiden sich technisch deutlich voneinander.


Oberflächenschutzsysteme für Bodenbeschichtungen
Oberflächenschutzsysteme für Bodenbeschichtungen



OS8 für starr belastete Flächen ohne Rissdehnung

OS8 ist ein starres System, das Wasser und Chloride zuverlässig vom Beton fernhält, aber keine nennenswerten Rissbewegungen aufnimmt. Wir setzen es dort ein, wo die Konstruktion praktisch keine Bewegung zeigt, etwa auf ungerissenen Bodenplatten, in Lagerhallen oder auf statisch ruhigen Industrieflächen. Der Aufbau besteht aus Grundierung, Kratz und Verlaufsschicht sowie einer abriebfesten Versiegelung. Die Schicht ist mechanisch sehr belastbar, beständig gegen Reifenabrieb und chemisch widerstandsfähig. Wo der Untergrund stabil ist, liefert OS8 ein dauerhaft sauberes und gut zu reinigendes Ergebnis.


OS11a für rissüberbrückende Beanspruchung mit starker mechanischer Belastung

OS11a kommt überall dort zum Einsatz, wo Beton durch Temperatur, Verkehr und Last arbeitet und gleichzeitig hohe mechanische Anforderungen herrschen. Klassisch sind Parkdecks und befahrene Zwischengeschosse in Parkhäusern. Der Aufbau hat eine elastische Zwischenschicht aus Polyurethan, die feine Risse im Beton überbrückt und die Bewegung aufnimmt, ohne dass sich diese in der Oberfläche zeigt. Darüber liegen eine quarzgefüllte Verschleißschicht und eine schützende Versiegelung. Das System schützt die Bewehrung dauerhaft vor Chloriden und bleibt unter Reifenbelastung und Wendekräften stabil.


OS11b als rissüberbrückendes System mit geringeren mechanischen Anforderungen

OS11b arbeitet ebenfalls rissüberbrückend, ist im Aufbau aber dünner und für mäßiger befahrene Flächen ausgelegt. Wir setzen es etwa auf oberen Parkdecks unter geringerer Verkehrslast oder in Bereichen ein, in denen Rissdehnung erwartet wird, aber kein schwerer Wendeverkehr stattfindet. Der Aufbau ähnelt dem OS11a, kommt aber mit weniger Schichtdicke und reduziertem Materialeinsatz aus. Das macht das System wirtschaftlich attraktiv, wenn die Belastung das hergibt. Die Auswahl zwischen OS11a und OS11b treffen wir nicht nach Preis, sondern nach Befund und Nutzung.

Wie wir den Untergrund vor der Beschichtung vorbereiten

Der Erfolg eines OS Systems entscheidet sich vor dem ersten Materialauftrag. Wir kugelstrahlen oder schleifen die Betonoberfläche, bis Zementhaut und Verunreinigungen entfernt sind und ein tragfähiges Mikroprofil entsteht. Risse werden geprüft, ausgekratzt und mit harzgefüllter Spachtelung kraftschlüssig geschlossen. Ausbrüche werden ausgebessert, Gefälleabweichungen ausgeglichen. Anschließend grundieren wir mit niedrigviskosem Epoxidharz, das tief in den Beton eindringt und die Haftung sichert. Erst auf diesem vorbereiteten Untergrund beginnen wir mit dem eigentlichen Aufbau, abgestimmt auf das gewählte OS System.


Detailausbildung an Aufkantungen, Fugen und Entwässerungen

Flächen sind machbar, die Details entscheiden über die Lebensdauer. Wir ziehen die Beschichtung an Aufkantungen, Stützen und Wänden in einer sauberen Hohlkehle hoch, damit dort kein Wasser hinterläuft. Dehnfugen werden mit elastischen Profilen oder Hochleistungsdichtstoffen abgedichtet, ohne den Aufbau zu überspannen. Entwässerungsrinnen und Bodenabläufe binden wir bündig in das Beschichtungssystem ein. Diese Details sind unspektakulär, brauchen aber Erfahrung und Disziplin. Wir nehmen uns die Zeit, weil genau hier Wasser eindringt, wenn nicht sauber gearbeitet wird.


Was die Wahl des richtigen Systems langfristig bedeutet

Das richtige OS System hält 15 bis 20 Jahre und mehr, das falsche schon nach wenigen Jahren nicht mehr. Wer auf einem arbeitenden Parkdeck OS8 wählt, bekommt Risse, die durch die Beschichtung wandern. Wer auf einer ungerissenen Industriefläche OS11a einbaut, gibt mehr Geld aus als nötig. Wir beraten unabhängig vom Aufwand, weil eine ehrliche Empfehlung über die Lebensdauer immer wirtschaftlich ist. Zum Ergebnis gehört eine vollständige Dokumentation mit Schichtdickenprotokoll, eingesetzten Materialien und Herstellerunterlagen, sodass spätere Bewertungen und Nachträge nachvollziehbar bleiben.


Kontakt

Telefon: 0911 / 54 02 60 77


FAQ


Wie erkennen wir, ob eine Fläche OS8, OS11a oder OS11b braucht?

Wir bewerten die Konstruktion, die Risssituation, die zu erwartende Verkehrslast und chemische Belastung. Ungerissene, statisch ruhige Flächen vertragen OS8, arbeitende Parkdecks unter schwerer Belastung brauchen OS11a, mäßig belastete Decks mit erwarteter Rissdehnung sind klassisch für OS11b. Diese Einordnung lässt sich nicht aus der Ferne treffen, dafür schauen wir uns den Beton an, prüfen den Aufbau und sprechen über die tatsächliche Nutzung. Erst danach kommt die Empfehlung.


Was passiert mit bestehenden Rissen unter der Beschichtung?

Wir behandeln sie vor dem Beschichten konsequent. Statisch ruhige Risse füllen wir kraftschlüssig mit Epoxidharz im Niederdruckverfahren. Arbeitende Risse, die unter Bewegung stehen, schließen wir mit elastischem Material und überbrücken die Stelle mit der elastischen Zwischenschicht eines OS11a oder OS11b. So bleibt die Bewegung in der Konstruktion, ohne dass sie die Oberfläche aufreißt. Diese Trennung zwischen ruhigen und arbeitenden Rissen ist entscheidend für die Wahl des Systems.


Wie lange dauert die Ausführung einer befahrenen Fläche?

Das hängt von Größe, Vorbereitungsaufwand und gewähltem System ab. Eine mittelgroße Tiefgaragenebene liegt typischerweise bei rund einer bis zwei Wochen einschließlich Untergrundvorbereitung und Aushärtezeiten. Wir können flächenweise arbeiten, damit ein Teil der Garage in Nutzung bleibt, während ein anderer Bereich saniert wird. Die Ablaufplanung stimmen wir mit dem Betreiber ab. Wichtig ist uns, dass die Schichtfolge eingehalten wird und kein Bauteil zu früh wieder belastet wird.


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