Wie aus einem flüssigen Material eine geschlossene Dachhaut wird
Faserarmierter Flüssigkunststoff wird nicht verlegt, sondern aufgetragen. Wir bringen das Material vollflächig auf den vorbereiteten Untergrund auf, arbeiten die eingebettete Faserarmierung ein und erhalten nach dem Aushärten eine zusammenhängende Schicht ohne Naht, ohne Überlappung und ohne Klebefuge. Sie haftet auf der gesamten Fläche, statt nur an Rändern und Befestigungspunkten zu hängen. Genau daraus ergeben sich die Eigenschaften, die dieses Verfahren im Bestand so brauchbar machen.
Untergrundvorbereitung und Grundierung nach vorhandenem Altmaterial
Der wichtigste Arbeitsschritt liegt vor dem eigentlichen Auftrag. Wir reinigen die Fläche gründlich, entfernen Bewuchs, lose Bestreuung und alte Flicken, schneiden Blasen auf und schließen sie, ersetzen lose Befestiger und messen die Restfeuchte des Untergrunds. Anschließend wird passend zum Altmaterial grundiert, denn Bitumen, Kunststofffolie, Beton, Blech und Holz verlangen jeweils einen eigenen Voranstrich. Im Zweifel legen wir eine Probefläche an, bevor die gesamte Fläche beschichtet wird.
Details von Hand ausarbeiten, weil dort über die Haltbarkeit entschieden wird
Attikaanschlüsse, Kehlen, Einläufe, Lüfter, Lichtkuppelsockel, Geräteschuhe und Kabelsockel bekommen jeweils eine eigene Behandlung mit eingelegtem Vlies und erhöhter Schichtstärke. Weil das Material flüssig verarbeitet wird, folgt es jedem Winkel und jeder Rundung, ohne dass geschnitten, gestückelt oder geklemmt werden müsste. Dichtmassen und Manschetten sind bei dieser Ausführung nicht Teil der Dichtebene, sondern werden ersetzt durch einen durchgehenden Verbund mit der Fläche.
Eigenschaften, die im Alltag den Unterschied ausmachen
Die ausgehärtete Schicht ist UV-beständig und witterungsfest, bleibt elastisch und nimmt Bewegungen des Untergrunds auf, statt bei Frost zu verspröden. Sie überbrückt feine Risse, hält Wartungsverkehr aus und lässt sich mit eingestreuter Körnung rutschhemmend ausführen. Da keine mechanische Befestigung nötig ist, findet Windsog keine Kante zum Unterwandern. Eine Kiesauflast als Schutzschicht braucht die Fläche nicht, was der Konstruktion zusätzlich Gewicht erspart.
Wo das Verfahren passt und wo es nicht die richtige Antwort ist
Eingesetzt wird es auf Bitumen, Kunststofffolie, Beton, Trapezblech und Holzuntergründen, auf großen Hallenflächen ebenso wie auf kleinen, stark gegliederten Anbaudächern, unter Photovoltaik, auf Terrassen und über genutzten Räumen. Grenzen gibt es dort, wo der Untergrund nicht trägt: bei großflächig durchfeuchteter Dämmung, morscher Schalung, durchgerosteter Tragschale oder zu vielen übereinanderliegenden Altlagen. In solchen Fällen sagen wir das offen, statt eine Schicht über einen laufenden Schaden zu ziehen.
Vom Ortstermin bis zur kontrollierten Schichtstärke
Wir nehmen die Fläche selbst auf, öffnen bei Verdacht den Aufbau, prüfen Feuchte, Gefälle, Entwässerung und Anschlüsse und zählen die Detailmeter. Das Angebot trennt Vorarbeiten, Fläche und Details. Während der Ausführung kontrollieren wir den Materialverbrauch je Feld und messen stichprobenartig die Nassschichtdicke, weil zu wenig aufgetragenes Material der häufigste Grund für vorzeitiges Versagen ist. Gearbeitet wird kalt, ohne Brenner, in Abschnitten, die am selben Tag geschlossen sind.
Kontakt
Wenn Sie Ihre Abdichtung erneuern wollen, ohne den vorhandenen Aufbau abzureißen, sehen wir uns Ihr Dach an und sagen Ihnen, ob der Untergrund dafür geeignet ist. Nennen Sie uns Objektart, ungefähre Dachfläche und das vorhandene Altmaterial, soweit bekannt. Wir vereinbaren eine Begehung, prüfen den Bestand und legen Ihnen ein Angebot mit nachvollziehbaren Positionen und einem realistischen Zeitrahmen vor.
Telefon: 0911 / 54 02 60 77
E-Mail: info@hbsbau.com
FAQ
Worin liegt der praktische Unterschied zu einer neuen Bahnenlage?
In den Nähten und in der Befestigung. Bahnen müssen überlappt, verschweißt oder verklebt und an Rändern mechanisch gesichert werden, und genau diese Punkte sind später die Schwachstellen. Eine flüssig aufgebrachte Schicht kennt weder Naht noch Klemmung und haftet vollflächig. Dazu kommt der Bauablauf: Es wird nichts abgerissen, nichts entsorgt und keine offene Fläche hinterlassen, sodass das Gebäude während der Arbeiten uneingeschränkt genutzt werden kann.
Wie schnell ist die Fläche belastbar und wieder nutzbar?
Je nach Temperatur zieht das Material innerhalb weniger Stunden an und ist dann gegen Niederschlag unempfindlich. Begehbar ist die Fläche in der Regel am Folgetag, die volle mechanische Belastbarkeit stellt sich innerhalb weniger Tage ein. Deshalb planen wir Tagesabschnitte nach der Wettervorhersage und beginnen morgens nur so viel Fläche, wie sich bis zum Nachmittag sicher schließen lässt. Terrassenbeläge und Auflasten kommen nach dem Aushärten zurück.
Lässt sich später darauf aufbauen oder etwas anschließen?
Ja, und das ist einer der wesentlichen Vorteile. Wird zu einem späteren Zeitpunkt eine Durchdringung gesetzt, eine Anlage aufgestellt oder eine angrenzende Teilfläche saniert, verbindet sich die neue Beschichtung nach Reinigung und Anschliff dauerhaft mit dem Bestand. Ein Aufschneiden und Neuverschweißen entfällt. Deshalb lassen sich auch große Dächer über Jahre in Bauabschnitten bearbeiten, ohne dass an den Übergängen dauerhafte Schwachstellen entstehen.








