Wenn auf Nördlinger Dächern drei Sanierungsgenerationen übereinanderliegen
Viele Flachdächer in Nördlingen und im Ries sind nicht einmal, sondern mehrfach überarbeitet worden. Auf Anbauten und Rückgebäuden im Altstadtbereich, auf Wohnbauten der siebziger Jahre, auf Werkstatt- und Betriebsgebäuden liegt häufig eine Schichtenfolge aus ursprünglicher Abdichtung, einer aufgeschweißten zweiten Lage und späteren Flickstellen. Von oben sieht das nach einer Fläche aus. Was tatsächlich darunter liegt, zeigt erst die Öffnung.
Warum ein Schichtpaket zum eigenständigen Problem wird
Drei Dinge kommen zusammen. Das Gewicht steigt mit jeder Lage, gerade wenn zusätzlich Kies aufliegt. Die Anschlusshöhen an Attika, Türschwellen und Wandanschlüssen werden knapper, weil die Fläche jedes Mal höher wurde. Und zwischen den Lagen sitzt fast immer Feuchtigkeit, die bei Sonneneinstrahlung Dampfdruck erzeugt und Blasen treibt. Eine weitere Lage darüber würde alle drei Punkte verschärfen, statt sie zu lösen.
Wie wir Klarheit über den Aufbau schaffen
Wir setzen Prüföffnungen an mehreren Stellen und entnehmen Bohrkerne, um Schichtenfolge, Dicken und Durchfeuchtung zu bestimmen. Zusätzlich messen wir die verbliebenen Anschlusshöhen an den kritischen Punkten und prüfen, ob die vorhandene Abdichtung als Untergrund überhaupt tragfähig ist. Erst aus diesen Werten ergibt sich, ob eine Beschichtung auf dem Bestand vertretbar ist oder ob Lagen herunter müssen.
Beschichten oder Teilabtrag, entschieden nach Befund
Sind die Lagen trocken, fest verbunden und die Anschlusshöhen ausreichend, bleibt der Aufbau erhalten. Wir bereiten ihn auf, öffnen und schließen Blasen, setzen bei Bedarf Entlüftungspunkte für den Dampfdruckausgleich und ziehen faserarmierten Flüssigkunststoff vollflächig auf. Zeigen die Bohrkerne dagegen gesättigte Dämmung oder lose, hohlliegende Lagen, tragen wir gezielt diese Bereiche ab, statt vorsorglich die gesamte Fläche zu räumen.
Ausführung und die Details, an denen es hängt
Nach der Vorbereitung folgen die Anschlüsse: Attika und Wandanschlüsse mit Vlieseinlage hochführen, Einläufe aufnehmen und mit Anschlussflansch neu setzen, fehlende Notüberläufe ergänzen, jede Durchdringung einzeln einbinden. Wo die Anschlusshöhe knapp geworden ist, schaffen wir Ausgleich über eine Rinne oder eine zusätzliche Notentwässerung. Gearbeitet wird in Feldern, die am selben Tag geschlossen sind, das Gebäude bleibt durchgehend nutzbar.
Nördlingen und das Ries: Anfahrt, Bauzeit und Werterhalt
Unser Betrieb sitzt in Nürnberg und arbeitet bundesweit, Einsätze im Ries und in Nordschwaben planen wir gebündelt, sodass Kolonne und Material während der Bauzeit vor Ort bleiben. Neben Nördlingen selbst arbeiten wir in Donauwörth, Oettingen, Harburg, Wemding, Bopfingen und Dinkelsbühl. Ein Dach, das ohne weitere Auflast auskommt, entlastet die Konstruktion und schafft wieder Reserve für Schneelasten und spätere Aufbauten.
Kontakt
Wenn auf Ihrem Dach mehrere Lagen übereinanderliegen, im Sommer Blasen aufgehen oder an Türschwellen kaum noch Anschlusshöhe vorhanden ist, sollte der Aufbau geöffnet und beurteilt werden. Nennen Sie uns Objektart, ungefähre Dachfläche und was zur Sanierungshistorie bekannt ist. Wir stimmen eine Begehung in Nördlingen ab, entnehmen Bohrkerne und legen Ihnen ein Angebot mit klaren Positionen vor.
Telefon: 0911 / 54 02 60 77
E-Mail: info@hbsbau.com
FAQ
Wie viele Lagen sind zu viel?
Eine feste Zahl gibt es nicht, entscheidend sind Zustand und Gewicht. Zwei fest verbundene, trockene Lagen sind meist ein brauchbarer Untergrund. Kritisch wird es, wenn Lagen hohlliegen, sich voneinander lösen, Feuchtigkeit dazwischen sitzt oder zusätzlich eine Kiesschüttung aufliegt. Ebenso wichtig sind die verbliebenen Anschlusshöhen: Wo an Türen und Attiken nur noch wenige Zentimeter übrig sind, ist eine weitere Aufbauhöhe ausgeschlossen und eine dünne Beschichtung die einzige sinnvolle Lösung.
Wann muss ein Tragwerksplaner eingebunden werden?
Wenn sich aus den Bohrkernen ergibt, dass Schichtpaket und Auflast in einer Größenordnung liegen, die zusammen mit Schneelast Fragen aufwirft, oder wenn die Konstruktion sichtbar arbeitet, etwa durch Verformungen oder Risse an der Untersicht. In solchen Fällen holen wir vor Ausführungsbeginn eine fachliche Beurteilung ein, statt es auf eine Einschätzung nach Augenmaß ankommen zu lassen. Häufig entlastet der Rückbau alter Lagen die Decke sogar spürbar.
Lohnt sich ein Teilabtrag gegenüber dem vollständigen Rückbau?
In den meisten Fällen deutlich. Durchfeuchtete oder hohlliegende Bereiche sind fast immer auf Teilflächen begrenzt, typischerweise um Einläufe, Anschlüsse und alte Durchdringungen herum. Diese Bereiche tragen wir ab, ersetzen die Dämmung dort und schließen anschließend die gesamte Fläche durchgehend. Der Aufwand für Abtrag und Entsorgung bleibt damit auf einen Bruchteil begrenzt, und die Fläche bekommt trotzdem eine zusammenhängende, neue Dichtebene.








