Was die Dachhaut im Aufbau leistet und was nicht ihre Aufgabe ist
Die Dachhaut ist die oberste Ebene und hat genau eine Funktion: Sie hält Niederschlagswasser vom Aufbau fern. Wärmeschutz übernimmt die Dämmung, die Aufnahme von Feuchtigkeit aus dem Innenraum die Dampfsperre, die Lastabtragung die Tragschale. Wer das auseinanderhält, versteht auch, warum eine neue Dachhaut manche Probleme löst und andere nicht. Wir klären deshalb vor jeder Maßnahme, welche Ebene tatsächlich ausgefallen ist.
Das Zusammenspiel der Schichten entscheidet über die Lebensdauer
Ein Flachdach funktioniert nur als Ganzes. Ist die Dampfsperre beschädigt oder fehlt sie, gelangt Feuchtigkeit von innen in die Dämmung, ohne dass jemals Regen eingedrungen wäre. Ist die Dämmung durchnässt, sinkt ihre Wirkung, und die Konstruktion bleibt kalt und feucht. Erst wenn diese Ebenen intakt sind, kann eine neue Dachhaut ihre Aufgabe dauerhaft erfüllen. Deshalb öffnen wir den Aufbau und messen, statt von der Oberfläche auf den Zustand zu schließen.
Woran sich der richtige Zeitpunkt für die Erneuerung zeigt
Eine Dachhaut kündigt ihr Ende an: spröde Oberflächen mit feinen Schrumpfrissen, ausgewaschene Bestreuung, aufstehende Nahtkanten, Blasen, gelöste Anschlüsse an Attika und Durchdringungen, Bewuchs in Bereichen mit stehendem Wasser. Kommen mehrere dieser Punkte zusammen, ist die Ebene am Ende, auch wenn noch kein Wasser im Gebäude ankommt. Genau dann ist die Erneuerung am günstigsten, weil Dämmung und Konstruktion unberührt bleiben.
Erneuerung der obersten Ebene ohne Abtrag des Aufbaus
Wir reinigen die vorhandene Fläche, entfernen Bewuchs, lose Bestreuung und alte Flicken, schneiden Blasen auf und schließen sie, ersetzen lose Befestiger und grundieren passend zum Altmaterial. Anschließend tragen wir faserarmierten Flüssigkunststoff vollflächig auf. Die alte Dachhaut wird damit zur Trägerschicht, die neue Ebene übernimmt die Dichtfunktion ohne Naht und ohne Klemmprofil. Dämmung und Dampfsperre bleiben unangetastet, sofern sie trocken und intakt sind.
Anschlüsse und Entwässerung gehören zur Dachhaut dazu
Eine erneuerte Fläche mit alten Anschlüssen ist keine erneuerte Dachhaut. Wir nehmen Einläufe auf und setzen sie mit Anschlussflansch neu, ergänzen fehlende Notüberläufe, führen die Abdichtung an Attika und Wandanschlüssen mit Vlieseinlage hoch und binden jede Durchdringung einzeln ein. Rinnenbereiche und Kehlen erhalten erhöhte Schichtstärke, weil dort das Wasser am längsten steht. Erst mit diesen Arbeiten ist die Ebene durchgehend geschlossen.
Was am Ende dabei herauskommt
Sie bekommen eine geschlossene, elastische und UV-beständige Ebene, die Bewegungen des Untergrunds aufnimmt, begehbar ist und sich später punktuell nachbeschichten lässt. Der übrige Aufbau bleibt im Bauwerk, es fällt kein Abbruchmaterial an, und das Gebäude bleibt während der Ausführung nutzbar. Für den Eigentümer heißt das: Die teuerste Ebene, nämlich Dämmung und Tragkonstruktion, wird geschützt, statt sie im Zuge einer Erneuerung mit zu entsorgen.
Kontakt
Wenn Ihre Dachhaut sichtbar am Ende ist, Sie aber nicht wissen, wie es um Dämmung und Untergrund steht, klären wir genau das vor Ort. Nennen Sie uns Objektart, ungefähre Dachfläche und das ungefähre Alter der Abdichtung. Wir vereinbaren eine Begehung, öffnen Prüffelder, messen die Feuchte im Aufbau und legen Ihnen ein Angebot vor, in dem Vorarbeiten, Fläche und Details getrennt ausgewiesen sind.
Telefon: 0911 / 54 02 60 77
E-Mail: info@hbsbau.com
FAQ
Worin unterscheiden sich Dachhaut und Dachaufbau?
Der Dachaufbau umfasst alle Schichten von der Tragkonstruktion über Dampfsperre und Dämmung bis zur obersten Ebene. Die Dachhaut ist nur diese oberste Ebene, also die eigentliche Abdichtung. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie über den Umfang einer Maßnahme entscheidet. In den meisten Fällen ist ausschließlich die Dachhaut verschlissen, während die darunterliegenden Schichten ihre Aufgabe weiterhin erfüllen. Dann genügt die Erneuerung dieser einen Ebene.
Muss die Dampfsperre bei einer Erneuerung mit erneuert werden?
Nicht, solange sie funktioniert. Sie liegt unterhalb der Dämmung und wird von einer neuen Dachhaut gar nicht berührt. Aufmerksam werden wir, wenn die Dämmung Feuchtigkeit zeigt, ohne dass eine Undichtigkeit von außen erkennbar ist, denn das deutet auf Eintrag aus dem Innenraum hin. In solchen Fällen prüfen wir den Aufbau genauer und sprechen darüber, bevor beschichtet wird, weil eine dichte Oberfläche das Problem sonst einschließen würde.
Was bringt eine neue Dachhaut, wenn die Dämmung schon älter ist?
Alter allein ist kein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist, ob die Dämmung trocken und formstabil ist, denn dann erfüllt sie ihre Aufgabe weiterhin, unabhängig vom Baujahr. Ist sie dagegen durchfeuchtet, hilft eine neue Oberfläche nicht, weil die Nässe im Aufbau bleibt und die Dämmwirkung ausfällt. Wollen Sie zusätzlich den Wärmeschutz verbessern, lässt sich im Zuge der Arbeiten eine ergänzende Dämmebene aufbringen, sofern die Anschlusshöhen das zulassen.








