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Malerarbeiten - 10 Fehler beim Streichen

  • 16. Mai 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Fehler eins: Den Untergrund nicht ehrlich prüfen

Der häufigste Fehler beginnt, bevor der erste Pinsel angesetzt wird. Wer Risse, Hohlstellen, alte Tapetenreste oder kreidende Altanstriche übersieht, baut auf einer Schwachstelle auf. Wir prüfen jede Fläche auf Tragfähigkeit, Saugverhalten und Restfeuchte. Lose Stellen werden abgekratzt, kreidende Untergründe gefestigt, Risse fachgerecht geschlossen. Ein neuer Anstrich kann nur so gut halten wie das, was darunter liegt. Diese Vorarbeit kostet Zeit, spart aber spätere Reklamationen und vor allem den vorzeitigen Neuanstrich, der sonst nach kurzer Zeit ansteht.





Fehler zwei: Auf die Grundierung verzichten

Eine Grundierung wirkt unscheinbar, entscheidet aber über Haftung, Saugverhalten und Deckkraft. Stark saugende Untergründe wie Gipsputz oder unbehandelter Kalkputz ziehen die Farbe in die Tiefe und lassen den Anstrich fleckig wirken. Glatte, dichte Flächen brauchen einen Haftvermittler, damit die Folgeschicht überhaupt greift. Wir wählen die Grundierung nach Untergrund, nicht nach Gewohnheit. Bei Mischflächen kommen oft zwei verschiedene Systeme zum Einsatz, sauber abgesetzt. Wer dieses Detail überspringt, bekommt streifige Wände, schlechte Deckkraft und einen Anstrich, der schneller versagt als nötig.


Fehler drei: Risse oberflächlich überstreichen

Risse verschwinden nicht, wenn Farbe darüberläuft. Sie zeigen sich nach kurzer Zeit wieder, oft breiter. Wir öffnen Risse, reinigen sie und schließen sie mit passendem Material, je nachdem ob es sich um statische, dynamische oder Trocknungsrisse handelt. Bei feinen Putzrissen kommt elastische Reparaturmasse zum Einsatz, bei tieferen Rissen ergänzen wir Armierungsgewebe. Erst wenn die Fläche wieder homogen ist, wird grundiert und gestrichen. Diese Arbeit ist die unauffälligste Stelle eines Anstrichs, aber genau hier zeigt sich später, ob jemand sauber gearbeitet hat oder nicht.


Fehler vier: Falsche Farbe für den Raum wählen

Eine glänzende Latexfarbe gehört nicht ins Schlafzimmer, eine reine Mineralfarbe meist nicht ins Bad. Wir stimmen Farbsystem und Glanzgrad auf die Nutzung ab. Feuchträume bekommen abwaschbare, scheuerbeständige Beschichtungen, Wohnräume eine diffusionsoffene Dispersion, Treppenhäuser eine besonders strapazierfähige Variante. Auch die Frage Mineralisch oder Dispersion entscheidet sich am Untergrund und an der bauphysikalischen Situation. Wer ohne diese Überlegung in den Eimer greift, bekommt entweder einen Anstrich, der nicht hält, oder eine Wand, die nicht atmet. Beides rächt sich innerhalb weniger Jahre.


Fehler fünf: Zu dünn oder zu dick auftragen

Farbe deckt nur in der vorgesehenen Schichtdicke. Wer zu dünn rollt, bekommt Wolken und Streifen, wer zu dick aufträgt, erzeugt Rollnasen und ungleichmäßige Trocknung. Wir arbeiten mit dem Verbrauch, den der Hersteller angibt, und kontrollieren das Ergebnis bei seitlichem Lichteinfall. Auf saugendem Untergrund braucht es oft zwei Anstriche, auf glattem ebenfalls, aber dünner. Diese Disziplin ist Routine, aber genau hier scheiden sich saubere Arbeit und Heimwerkerflächen. Eine ehrliche Auftragsmenge ist eine der wichtigsten Stellschrauben für das Endergebnis.


Fehler sechs: In zu kurzen Intervallen überstreichen

Jede Farbe braucht Zeit zum Trocknen, manche Stunden, manche einen ganzen Tag. Wer den zweiten Anstrich zu früh aufzieht, löst die untere Schicht teilweise an, erzeugt Rollnasen und beeinträchtigt die Haftung. Das Ergebnis sieht zunächst akzeptabel aus, blättert aber Monate später ab. Wir halten die vom Hersteller vorgegebenen Trocknungszeiten ein, auch wenn der Bauablauf drückt. Lieber einen halben Tag Verzögerung als ein Anstrich, der nach zwei Jahren versagt. Diese Geduld ist im Alltag der Unterschied zwischen Pfusch und Handwerk.


Fehler sieben: Übergänge nicht sauber arbeiten

Streifen an den Bahnenkanten, sichtbare Ansätze zwischen Decke und Wand, fleckige Ecken: das sind die Stellen, an denen man unsauberes Streichen sofort sieht. Wir arbeiten Nass in Nass, halten Bahnen frisch und planen Pausen so, dass keine Ansätze entstehen. Übergänge zu anderen Bauteilen schneiden wir mit dem Pinsel sauber ab, ohne Klebebänder über die Maßen einzusetzen, weil diese auf weichen Anstrichen häufig Lack mitreißen. Diese Routine im Ablauf entscheidet darüber, ob eine Wand aus zwei Metern Abstand wirkt oder aus zwanzig Zentimetern.


Fehler acht: Möbel und Boden schlampig abdecken

Spritzer auf dem Parkett, Farbtropfen am Heizkörper, Stöße an Türrahmen: das sind die Folgeschäden schlampiger Vorbereitung. Wir decken Böden mit reißfester Folie und Vlies ab, schützen Steckdosen, Heizkörper und Fenstergriffe mit Maskierungsband und stellen Möbel mittig in den Raum, vollständig abgedeckt. Diese Vorbereitung dauert je nach Raum eine halbe bis ganze Stunde. Sie ist das Erste, was wir tun, lange bevor der erste Eimer geöffnet wird. Wer hier schludert, spart fünfzehn Minuten und arbeitet hinterher zwei Stunden an der Reinigung.


Fehler neun: Falsche Werkzeuge einsetzen

Eine zu lange Rollerfaser zieht Strukturen in glatte Flächen, eine zu kurze deckt schlecht auf rauen Untergründen. Billige Pinsel verlieren Haare im Anstrich, abgenutzte Roller hinterlassen Streifen. Wir wählen Werkzeug nach Untergrund und Farbe, und wir tauschen es, sobald es seine Aufgabe nicht mehr sauber erfüllt. Auch die Werkzeugreinigung gehört dazu, weil eingetrocknete Reste das nächste Ergebnis ruinieren. Diese Detailtreue klingt nach Kleinigkeit, ist aber einer der häufigsten Gründe, warum Heimwerkerarbeiten nach einem Tag schon erkennbar sind.


Fehler zehn: Lüftung und Raumklima ignorieren

Frische Farbe braucht das richtige Klima zum Aushärten. Zu warm und zu trocken: die Oberfläche zieht zu schnell zu, Spannungsrisse entstehen. Zu kalt und zu feucht: die Schicht trocknet nicht durch, bleibt klebrig, riecht lange. Wir achten auf Raumtemperatur zwischen circa 15 und 22 Grad und auf moderate Luftfeuchte. Beim Trocknen lüften wir kontrolliert, nicht im Durchzug. Diese Bedingungen sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für ein dauerhaft sauberes Ergebnis. Wer hier improvisiert, bekommt einen Anstrich, der schon beim Bezug Probleme macht.


Kontakt

Telefon: 0911 / 54 02 60 77


FAQ


Wie viele Anstriche braucht eine Wand wirklich, damit das Ergebnis dauerhaft hält?

In den meisten Fällen sind zwei deckende Anstriche nötig, bei stark saugenden oder farblich abweichenden Untergründen oft drei. Eine gute Grundierung kommt davor. Wer nur einmal streicht und auf hohe Deckkraft hofft, bekommt ungleichmäßige Flächen, die bei seitlichem Lichteinfall sofort auffallen. Wir kalkulieren ehrlich nach Aufbau und schreiben das ins Angebot, statt mit billigem Pauschalpreis zu locken und am Ergebnis zu sparen. So wissen Sie vorher, was bei Ihnen ansteht.


Lohnt sich teure Markenfarbe wirklich oder reicht günstige Wandfarbe?

In den meisten Fällen lohnt sich die hochwertigere Farbe. Sie deckt besser, braucht weniger Anstriche, ist scheuerbeständiger und gilbt langsamer. Auf die Standzeit gerechnet ist sie pro Quadratmeter und Jahr oft günstiger als ein Discounter Produkt, das nach drei Jahren neu gestrichen werden muss. Wir verarbeiten Farben, hinter denen wir technisch stehen können. Bei besonderen Anforderungen wie Feuchträumen, Treppenhäusern oder Allergikerräumen ist gute Qualität ohnehin keine Verhandlungsbasis, sondern Voraussetzung.


Kann man bei laufendem Wohnbetrieb streichen lassen?

Ja, das machen wir regelmäßig. Wir arbeiten raumweise, decken Möbel ab oder rücken sie zusammen und planen Trocknungspausen so, dass die anderen Bereiche normal nutzbar bleiben. Moderne Innenfarben sind emissionsarm und schon nach kurzer Zeit geruchlich unauffällig. Wo möglich, koordinieren wir den Ablauf mit Ihrem Tagesrhythmus, bei Wohnungen ebenso wie in Büros oder Praxen. Eine komplette Räumung ist in den allermeisten Fällen nicht nötig. Den Ablauf besprechen wir vor Beginn verbindlich mit Ihnen.


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